Seifenblase

Draußen mit den Kleinen begann es zu regnen. Erst waren es nur wenige Tropfen, schnell wurde der Regen stärker. Aber es machte mich glücklich. Ich begann zu rennen, streckte meine Zunge zum Himmel und war klatschnass. Ich fühlte mich unendlich glücklich aus tiefster Seele, es hielt eine Weile an. - Auch wenn wir wissen, dass glücklich sein kein Zustand ist, der ewig anhält, weiß ich jedoch, dass es immer wieder zurückkehren kann. Auch wenn es im stillen passiert und wir es mit niemandem teilen können. Diese Momente sind nicht einzufangen, auch nicht mehr zu genießen, als, dass wir sie genießen -auch wenn ich dies immer wieder versuche. Aber so ist das Leben, wir können dankbar und froh sein, dass wir in Deutschland so viel haben und doch so viele Freiheiten und vor allem Rechte haben. Heute Nachmittag saß ich dann draußen. In der einen Hand meine Seifenblasendose und in der anderen eine Kippe. Ich nahm einen Zug der Zigarette und blies zart durch den großen Ring. Eine große Seifenblase entstand und so schnell, wie sie aus dem scheinbaren Nichts entstand, so schnell platzte sie auch wieder. Aber ich machte weiter, dann fing ich sie mit dem Seifenblasenstab wieder ein und betrachtete die bunten Farben in ihr, wie sie sich bewegten. Dann sah ich mich selbst in der Seifenblase spiegeln. Ich sah mich auf dem Kopf, wie ich auch manchmal die ganze Welt auf dem Kopf scheinbar zu sehen vermag. Ich blinzelte und plötzlich sah ich mich richtig herum, bemerkte wie ich mich sowohl in der einen Seifenblase auf dem Kopf, als auch richtig herum sehen konnte. Ein Wissenschaftler würde mir nun erklaren, dass dies etwas mit der Wölbung der Blase zu tun hat - ob ich mich nun in der hinteren Wölbung sehe oder in der vorderen Wölbung. Gleich wie, wenn man sich in einem Löffel anschaut. Ich allerdings finde es schon einfach unverständlich, dass ich mich überhaupt in dieser Seifenblase sehen konnte. Und ich würde persönlich sage dazu, dass dies ein gutes Beispiel dafür ist, dass wir Menschen uns verschieden betrachten und selbst sehen können und so auch andere uns. Ich finde es schön beide Seiten von uns zu kennen und wissen, dass es sie gibt. ♥

29.4.14 20:12, kommentieren

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Warten

Warten darauf, dass Veränderung etwas ändert.

9 Kommentare 28.4.14 20:28, kommentieren